Linnemann will Informationspflicht zurück, Hausärzte drohen, Uni Lausitz startet: Sparpaket bröckelt
Shownotes
Pulsschlag Politik, 22. September 2026: Linnemann, Hausärzte, Uni Lausitz
Kurzfassung: Udo Sonnenberg und Christoph Nitz über die Sitzungswoche vom 21. bis 25. September 2026: Linnemanns Rückkehr zur Informationspflicht, Gesundheitsetat 2027, Hausärztetag, Uni Lausitz, Apothekertag, Standortklausel, Forschungsdatenzentrum.
Das Wichtigste in Kürze
- Linnemann will die Informationspflicht der Kassen bei höheren Zusatzbeiträgen zurück ins Gesetz holen. Zusatzbeitrag im Schnitt 3,1 Prozent, Spanne 2,18 bis 4,39 Prozent.
- Gesundheitsetat 2027: 14,33 Milliarden Euro, 7,43 Milliarden weniger als 2026; Pflegeversicherung: acht Milliarden Euro Defizit 2027, mehr als 15 Milliarden 2028.
- Der Fixkostendegressionsabschlag für Haus- und Kinderärzte fällt; AOK-Chefin Carola Reimann sieht das Sparziel von 18,8 Milliarden Euro »in weite Ferne«.
- Primärversorgung: Entwurf Ende November, Start 1. Januar 2028.
Themen dieser Folge
Warum will Linnemann die Informationspflicht zurück?
Ohne Brief bemerken Versicherte die Erhöhung womöglich erst am Nettogehalt – zu spät für das Sonderkündigungsrecht. Ramona Pop (vzbv) nannte die Streichung ein »Unding«, Oliver Blatt (GKV-Spitzenverband) will digitale Wege.
Was steht im Gesundheitsetat 2027?
Zwei Darlehen (2,3 Milliarden Euro Gesundheitsfonds, 3,2 Milliarden Pflege) entfallen, der Bundeszuschuss sinkt auf 13,15 Milliarden Euro. Reimann: 550 Millionen Euro Zusatzversprechen für Kliniken.
Was fordern die Hausärzte?
Verbindliche HZV, Versorgungsbremsen zurück, neue GOÄ, MVZ-Regulierung, Bagatellgrenze 500 Euro, Krankschreibung ab Tag eins kippen. Markus Blumenthal-Beier droht mit Praxisschließungen. Umfrage: 44 Prozent sehen Verschlechterung, 51 Prozent nennen das Thema wahlentscheidend.
Was bringt die Medizinische Universität Lausitz?
36 Studierende ab Oktober in Cottbus, Fachärzte frühestens in zwölf Jahren (Eckhard Nagel). Ein Drittel der rund 1.700 Hausärzte Brandenburgs ist 60 oder älter, über 300 Versorgungsaufträge unbesetzt.
Was war beim Apothekertag in München?
Gut 16.400 Apotheken Ende Juni, über 100 Schließungen im ersten Halbjahr. Thomas Preis (ABDA) weist »Arztpraxis light« zurück, Linnemann unterschreibt die Mantelverordnung.
Standortklausel und Gesundheitsdaten?
Befreiung vom Herstellerabschlag ab 2027 beim BfArM, Kriterien offen, Fachgremium bis Ende September. Forschungsdatenzentrum: 130 Institutionen, 109 Anträge (Karl Broich), ab Oktober ePA-Daten.
Personen und Organisationen
Carsten Linnemann (CDU), Ramona Pop (vzbv), Oliver Blatt (GKV-Spitzenverband), Carola Reimann (AOK), Eckhard Nagel (MUL-CT), Manja Schüle und René Wilke (Brandenburg), Thomas Preis (ABDA), Markus Blumenthal-Beier (Hausärzteverband), Karl Broich (BfArM).
Termine
- September 2026: Regierungsbefragung mit Linnemann
- 6. Oktober 2026: nächste Folge
Quellen
- Bundestag: Gesundheitsetat 2027 (10.09.2026)
- AOK: Reimann zur Haushaltsrede (11.09.2026)
- t-online: Informationspflicht (11.09.2026)
- Ärzteblatt: Hausärztetag (11.09.2026)
- ABDA: Apothekertag (15.09.2026)
- Landtag Brandenburg: Uni-Medizin Lausitz (17.09.2026)
Über Pulsschlag Politik
Udo Sonnenberg (BVDVA) und Christoph Nitz (meko factory Redaktionsbüro) diskutieren dienstags in den Sitzungswochen die Gesundheitspolitik. Nächste Folge: 6. Oktober 2026.
Transkript anzeigen
00:00:04: Guten Tag.
00:00:14: Ich begrüße Sie zur Pulsschlagpolitik, den gesundheitspolitischen Themen dieser Sitzungswoche.
00:00:20: Udo Sonnenberg und Christoph Nitz werden immer Dienstags in jeder Sitzungwoche die anstehenden Themen kommentieren.
00:00:25: UDo Sonnenberg ist Politikberater in Berlin.
00:00:28: Er gründete im Jahr zwei Tausend dreizehn die Beratungsgesellschaft Elf-Null-Elf – und ist seit zweitausendfünfzehn Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken BVDVA.
00:00:44: Als Leiter des MECO Factory Redaktionsbüros wird mit er sich besonders gesundheitspolitischen Themen.
00:00:50: Das Redaktionbüro erstellt Nachrichten-Podcasts und Newsletter.
00:00:54: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Puls Schlagpolitik der Podcast zur gesundheitspolitischen Themen in der Sitzungswoche des Deutschen Bundestages.
00:01:03: Ich bin Udo Sonnenberg und blecke wie gewohnt zusammen mit dem kundigen Kollegen und Experten für Gesundheitspolitik Christoph Nitz auf die gesundheitspolitischen Ereignisse dieser Woche, was insgesamt aktuell diskutiert wird.
00:01:16: Lieber Christoph bist du bereit?
00:01:18: Auf jeden Fall und bei dem was diese Woche auf dem Zettel steht, sollten wir auch keine Zeit verlieren.
00:01:23: Dann gibt uns nochmal einen kurzen Überblick worüber wir heute sprechen wollen.
00:01:28: Sehr gerne!
00:01:28: Also zunächst einmal natürlich mit Blick auf die Sitzungswoche Anket-Kommission Corona hat schon montag getagt.
00:01:36: Tite gesellschaftlicher Zusammenhalt soziale Ungleichheit und vulnerable Gruppen.
00:01:41: Wir haben heute Fraktionssitzungen am Nachmittag Dienstag.
00:01:46: Es geht bestimmt ein wenig hoch her, wir haben eine öffentliche Anhörung morgen zum Thema Hitze-Krise.
00:01:53: ernst nehmen das Kabinett hat tatsächlich für Mittwoch keine ganz so wichtigen gesundheitspolitischen Themen auf der Agenda.
00:02:01: Das ist aber Standplanung von Anfang September.
00:02:06: Dann haben wir Mittwochnarmittag die Regierungsbefragung.
00:02:09: Dort wird tatsächlich erstmalig der neue Bundesgesundheitsminister Rede und Antwort stehen, Dr.
00:02:15: Karsten Linnemann.
00:02:17: Und wir haben das Transplantationsgesetz am Donnerstag auf der Tagesordnung.
00:02:21: Es geht um die Tabaksteuererhöhung, um genau zu sein oder das Tabak-Steuer Gesetz.
00:02:27: Und am Bundesrat am Freitag wird im ersten Durchgang das Gedick seines, oder das ist ja die Abkürzung für das Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen beraten.
00:02:43: Das Bundeskabinett hatte das Gesetz bereits am fünften Juli verabschiedet Und die Gegenäußerung des Bundeskabinetts dann auf die Bundesrats-Stellungnahme wird für den Dressichsten neunten im Kabinett erwartet.
00:02:56: Aber Christoph, wir haben ja noch eine ganze Reihe weiterer Themen in Portfolio und du startest jetzt damit das die Verbraucherschützer Alarm schlagen weil die Kassen nicht mehr über Beitragserhöhungen informieren müssen!
00:03:09: Das hat offenbar auch den Minister schon auf einen Plan gerufen oder?
00:03:15: Ja, er war ziemlich schnell und er möchte seine eigene Koalition in diesem Punkt korrigieren.
00:03:21: Karsten Linnemann fordert die Rückkehr zur Informationspflicht.
00:03:24: Die Krankenkassen sollen ihre Mitglieder über höhere Zusatzbeiträge informieren müssen.
00:03:30: Es gehe um das Vertrauen der Versicherten sagt der Minister.
00:03:34: Das hat Nina Wagner bekanntlich anders gesehen.
00:03:36: Die Pflicht soll mit den nächsten Änderungen am Beitragsstabilisierungsgesetz zurückkehren.
00:03:42: Die Koalition hatte diese Pflicht zur Information gerade erst gestrichen, so wie damals argumentiert wurde um Bürokratie abzubauen und Kosten zu sparen.
00:03:53: Immerhin die Briefmark müssten ja auch bezahlt werden Und bislang müssen die Kassen bei Beitragserhöhung Millionen von Briefe verschicken.
00:04:01: Vielleicht gehen wir ihnen mal den Tipp, sie können es ja auch per E-Mail schicken dann ist vielleicht günstiger.
00:04:06: Also das Problem wenn der Zusatzbeitrag steigt haben versicherte ein Sonderkündigungsrecht und wenn sie von dem Beitragsanstieg nichts wissen, dann könnten Sie auch nicht kündigen.
00:04:18: Sie können wechseln – auch wenn Sie noch keine zwölf Monate bei Ihrer jeweiligen Kasse sind – und den Wechseln müssen Sie aber bis zum Ende des Monats beantragen, indem der höhere Beitrag erstmals gilt also knapp befrisst!
00:04:30: Bei einer Erhöhung zum ersten Januar also wäre Ende Januar der Stichtag Die Ramona Pop von der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt.
00:04:39: deshalb versicherte könnten die Erhöhung erst bemerken, wenn weniger Nettogehalt ankommt.
00:04:44: Dann sei gefrisst womöglich schon verstrichen, denn die Entgeltzahlungen kommen immer nachschüssig.
00:04:51: also die kämen dann erst Ende Januar an und die Streichung hat Ramona pop einen Unden genannt.
00:04:58: Linnemans Vorstand begrüßt sie als ein wichtiges und überfälliges Signal und fordert vom Minister eine schnelle Umsetzung.
00:05:05: Der Zusatzbeitrag liegt zurzeit im Schnitt real bei über drei Komma eins Prozent und die Spanne reicht von einzelnen Kassen mit zwei Komma Eins Acht bis hoch zu vier Komma drei neun Prozent.
00:05:18: Und hinzu kommt der allgemeine Basis Beitragsatz von vierzehn Komma sechs Prozent.
00:05:24: auch Oliver Blatt, der Vorstandsschrift des GKV Spitzenverbandes befürwortet die Informationen seiner Versicherten.
00:05:30: Er warnt aber vor zusätzlicher Bürokratie, die Kassen müssten auch digital informieren können.
00:05:36: Das hatten wir ja gerade als Rat im Portfolio.
00:05:40: Linemann wird insgesamt für ein effizenteres Gesundheitswesen Udo.
00:05:44: welche Pläne hat er denn?
00:05:46: Der Herr Berunster Bundesgesundheitsminister Karsten Lindemann hatte vor letzte Woche im Bundestag im Rahmen der Haushaltsdebatte seine Pläne für das deutsche Gesundheitssystem vorgestellt und die Botschaft klar formuliert, mehr Effizienz, tiefgreifende Reformen und das Ziel, die Beitragszahler spürbar zu entlassen.
00:06:05: Linnemann sprach Nicht- oder sparte nicht nur mit Kritik am sogenannten Status quo.
00:06:11: Deutschland gebe sehr viel Geld aus, bekomme dafür aber an vielen Stellen nicht die Leistung, die die Menschen erwarten.
00:06:18: seine Konsequenz Ausgaben senken um Beiträge mittelfristig sogar wieder nach unten zu drücken.
00:06:24: Besonders düster sieht er die Lage in der Pflegeversicherung.
00:06:28: Die Finanzsituation dort sei desaströs.
00:06:31: Nur Löcher zu stopfen reicht ihm nicht mehr es müsse an Grundstrukturen gehen.
00:06:36: Gleichzeitig will er die Notaufnahmen entlassen und Patienten besser steuern, wer einen harmlosen Effekt hat gehört in die Praxis nicht in die Klinik und bei einem Herzinfarkt zählt dagegen jede Sekunde.
00:06:51: zu dem soll mehr Digitalisierung Fachkräfte von lästigen Papierkram hört Befreien.
00:06:58: Insgesamt ist dabei Linnemanns Rolle selbst interessant, auf jeden Fall als Ökonom und ehemaliger Chef der Mittelstandsunion gilt in der Gesundheitspolitik vielen.
00:07:11: als fachfremd hatte er früher eben auch noch selber.
00:07:14: geschärtsschuster bleibt bei deinen leisten.
00:07:17: doch genau dieses diesen wirtschaftlichen blick will er nun eben auch als chance nutzen in seinem amt als gesundheitsminister.
00:07:24: wie gut das ankommt zeigte sich direkt bei seinem ersten öffentlichen auftritt nämlich auf dem deutschen apothekertag in münchen letzte woche.
00:07:32: dort punktete der minister mit mittelstandsrhetorik und sicherte sich sicherte den Apotheken eben auch volle Unterstützung zu, als eine seiner ersten Amtshandlungen unterschrieb er die langersehende Mantelverordnung, die unter anderem höhere Honorare.
00:07:50: Es geht dort um Scondi der Apotheker regelt und beim Thema Online-Apotheken bezog Linnemann ebenfalls Stellung, die Benachteiligung heimischer Apotheken gegenüber ausländischer Konkurrenz sei Wettbewerbsverzerrend und das wolle er abstellen.
00:08:05: Zudem kündigt er ein härteres Vorgehen gegen den online Missbrauch von Medizinalkanabis an wo die Importmengen tatsächlich auch sprünghaft angestiegen sind.
00:08:16: Also seinen Debüt bei den Apothekern brachte eben sogar tosenden Applaus ein, ob der neue Minister mit seiner ökonomischen Brille aber auch bei denen anstehenden Großreformen jetzt im Herbst so viel gegen Liebe ernten wird.
00:08:30: Das muss ich noch zeigen.
00:08:32: bleiben wir noch kurz beim Minister ernannte die SPV Finanzen desaströs.
00:08:39: da geht es ja um die Pflege.
00:08:41: was hat er dann noch genau ausgeführt Christoph?
00:08:45: Ja, er ging mit zwei Zahlen in den Ring.
00:08:47: Schon in der Pflegeversicherung troten sie acht Milliarden Euro Defizit und im Jahr darauf schon mehr als fünfzehn Milliarden Euro.
00:08:57: Einsparungen seien also unvermeidlich.
00:08:59: Karsten Lindemann will Doppelstrukturen, Fehlanreize und IF ineffiziente Abläufe abbauen.
00:09:05: Wie genau Lisa allerdings noch offen?
00:09:07: Auch versinktende Beiträge nannte er keine konkrete Lösung.
00:09:11: Der Gesundheitsetat für kund getan auf vierzehn Milliarden und dreihundertdreißig Millionen Euro schrumpfen.
00:09:24: Das sind rund sieben Milliarden, vierhundert dreißig Million weniger als in diesem Jahr.
00:09:29: Da entfallen vor allem zwei Darlehen die ausgereicht wurden.
00:09:33: Zwei Komma Drei Milliarden gab es für den Gesundheitsfonds und drei Komma zwei Milliarden für die Pflege.
00:09:37: sonst werde ich schon in diesem ja Inservent gewesen.
00:09:41: Der Bundeszuschuss wird abgesenkt von vierzehnt Komma fünf auf dreizehn Komma Fünf eins fünf Milliarden Euro.
00:09:50: und die für gesundheitszuständige Fraktionsvize von der SPD Dagmar Schmidt bestätigte, Der Honorarabschlag für Haus- und Kinderärzte aus dem Sparpaket wird gestrichen.
00:10:02: FraktionÜbergreifen gibt es zudem die Forderung einerm Auszugertappag und Alkoholsteuern für die Prävention einzusetzen.
00:10:10: Simone Borchert von der CDU wiederum verlangt das Geld insgesamt in den Gesundheitsfonds zu lenken sei Karola Reimann, die Chefin des AOK-Bundesverbandes kritisierte.
00:10:22: Die Koalition rückte nun von ihren Sparplänen ab.
00:10:25: nach Hundertfünfzig Millionen Euro zusätzlich für Klinikenfalle der Abschlag weg – das Sparziel von achtzehn Komma achten Milliarden Rücken somit in beide Ferne.
00:10:36: Zum Jahreswechsel dürften laut ihrer Aussage die Beiträge weiter steigen.
00:10:41: Der Fachärztinnenverband Spiefahrt begrüßt hingegen aus.
00:10:45: Er forderte außerdem die Pflicht, zumindest fünf Wochen offener Sprechstunde pro Woche abzuschaffen.
00:10:51: Verbandsschiff Dirk Heinrich hält sie für wenig geeignet.
00:10:56: Aber blicken wir nach Europa!
00:10:58: Seit sechzehn Jahren gibt es die Rede zur Lage der Nation der Union im Europäischen Parlament.
00:11:06: Letzte Woche war Ursula von der Leyen wieder dran – Udo was hat sie denn zur Gesundheitspolitik gesagt?
00:11:13: Aus Ursel kommen in der Tat auch neue Impulse.
00:11:16: Ein ergänzendes Papier der Kommission zur Rede von Ursula von Der Leyen zeigt tatsächlich, welche gesundheitspolitischen Weichen für Europa gestellt werden sollen.
00:11:26: Zentraler Baustein ist der Europäische Biotech-Act.
00:11:41: Tech oder Biotech Standort Europa wieder deutlich attraktiver zu machen.
00:11:48: Gleichzeitig will die EU ihre Rolle in der globalen Gesundheit festigen, als Reaktion auf die jüngsten Ebola-Ausbrüche in Kongo und Uganda hat Brüssel fast eine halbe Milliarde Euro für Nothilfe, Impfstoffe und Diagnostik bereitgestellt.
00:12:04: mit der neu gestarteten Global Health Resilience Initiative sollen zudem weltweite Krisen Aktionen künftig noch schneller greifen und neben Gesundheitsthemen wie dem Schutz von Menschen mit Behinderung steht aber auch ein gesellschaftlicher Paukenschlag im Raum.
00:12:24: gewissermaßen erwartet wird, dass von der Leyen einen Vorschlag für ein EU-weites Mindestalter bei der Nutzung von Social Media vorliegt.
00:12:33: Also in Prinzip ja auch ein Gesundheitsthema.
00:12:35: Europa sucht also den Schulterschluss zwischen medizinischer Innovation globaler Vorsorge und eben auch dem Schutz der jüngeren Generationen.
00:12:46: Jetzt springen wir einfach mal von Europa zurück auf die Landesebene, Christoph eine neue Medizin-Universität in Brandenburg als Rezept gegen Ärztemangel.
00:12:56: Was verspricht uns das denn?
00:12:59: Ja, thirty six Studierende starten im Oktober an der medizinischen Universität Lausitz.
00:13:08: Die werden dann Fachärztin und Fachärzte in frühersten zwölf Jahren, allerdings der Schiff der Universität Eckhard Nagel betont dass schon nach sechs Jahren könnten die Absolventinnen in Notaufnahmechirurgie innere Medizin- und Praxenarbeiten und dort Erfahrungen sammeln.
00:13:25: Eine neue Professorin für allgemeine Medizin bringe zusätzlich sechs Leute mit, die sofort in der Versorgung helfen könnten.
00:13:34: wir sehen das sind kleine Zahlen aber die helfen zumindest vor Ort.
00:13:37: Die Wissenschaftsministerin Manja Schüle von der SPD in Brandenburg verteidigte das Vorhaben letzte Woche im dorthigen Landtag.
00:13:45: Wir bilden genau da Ärztinnen und Ärzte aus, wo wir sie auch brauchen.
00:13:49: Beschlossen ist ebenfalls eine Landarztquote.
00:13:53: Voraus sich die zehn Prozent der Erstsemesterplätze sollen an Bewerberinnen gehen, die sich verpflichten später auch in Brandnenburg zu
00:14:00: arbeiten.".
00:14:01: Der Bedarf an Ärzte Tinnen ist groß.
00:14:03: Rund ein Drittel der etwa einehntausend siebenhundert Hausärztinnen im Land Brandenburg, ist mindestens sechzig Jahre alt.
00:14:11: mehr als dreihundert Versorgungsaufträge sind laut kaffenärziger Vereinigung Brandenburger schon derzeit unbesetzt.
00:14:19: in Cottbus eröffnete die KV eine eigene Hausarztpraxis für Menschen mit akuten Handlungsbedarf.
00:14:27: Dieses Modell, diese Hausarztpraxis in Trägerschaft der KV ist befristet bis Ende.
00:14:34: Der Gesundheitsminister René Wilke von der SPD setzt unter anderem auf künstliche Intelligenz wie alle Menschen aber er setzt hier auf kündliche Intelligenz in den Praxen.
00:14:46: Er sagt es ist lösbar und wir werden es lösen!
00:14:50: Die Opposition im Landtag in Brandenburg bleibt skeptisch Von der AfD, sagt die Gesundheitspolitikerin Dane Euenhausen.
00:14:59: Sie erwartet die ersten Absolventen frühestens Ende der dreißiger Jahre und das löse die Probleme nicht.
00:15:05: Falk Peschel vom BSW verweist auf rund fünfhundertsiebzig Hausärztinnen über sechzig, die überwiegend in den kommenden zehn Jahren ausscheiden würden.
00:15:16: Die Lage bleibt also schwierig und wir gehen wieder zurück zum Apothekertag in München-Udo.
00:15:22: Du warst letzte Woche vor Ort, ging es hoch her?
00:15:26: Ja und nein würde ich sagen.
00:15:27: der Minister hatte wie schon angedeutet ja eher eine Weiche Landung.
00:15:31: das haben wir gerade besprochen.
00:15:34: dass die weiteren Reformen auch bei den Apotheken die sind notwendig das sehen ja auch viele ein.
00:15:41: Und ja, die neuesten Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände belegen das auch.
00:15:47: Das Apothekensterben geht weiter.
00:15:48: Ende Juni gab es deutschlandweit noch gut ersten halb Jahr erneut über einhundert Apotheken, die geschlossen haben um diesen Trend entgegenzusetzen.
00:16:02: Zu wirken.
00:16:03: vielmehr setzen die Apothekerverbände eben auch auf neue Wege und erweitern ihr Angebot.
00:16:08: statt nur Medikamente auszugeben soll der Fokus künftig viel stärker auf zusätzliche Dienstleistungen diese sogenannten pharmazeutischen Dienstleistung.
00:16:16: geplant sind unter anderem Beratungen zur Rauchentwöhnung.
00:16:21: Wir haben schon über die Tabaksteuer gesprochen, Blutabnahmen oder erweiterte Impfangebote den Vorwurf von Ärzteverbänden man wolle zur Arztpraxis leidwerden weiß ab der Präsident Thomas Preis eben auch entschieden zurück das Personal sei bestens geschult und kenne seine Grenzen.
00:16:39: genau so sagt er immerhin.
00:16:41: Die geplante Anhebung der Honorare nach über dreizehn Jahren Stillstand sorgt in der Branche für Vorsichtigen Zweckoptimismus, Sorge bereitet den traditionellen Vorortapotheken.
00:16:53: Jedoch weiterhin die ausländische Versandkonkurrenz.
00:16:58: aufgrund der Rechtslage ist auch in einer Apotheke übernachteten benachbarten EU-Ausland erlaubt was deutschen Apotheken und damit auch deutschen Versandapothek.
00:17:07: Denn jede deutsche Versandrapothek ist auch eine vor Ortapotheke verwährt bleibt zum Beispiel Zuzahlung zu erlassen.
00:17:13: Und darum fordert eben auch der Dachverband von der Politik ein klares Werbeverbot für solche Preisvorteile.
00:17:19: Das Ziel, einen fairer Wettbewerb zum Schutz der sogenannten flächendeckenden Versorgung aber eben auch gegenüber allen Apothekenbetrieben.
00:17:29: die Hausärzte haben sich zur Primärversorgung geäußert.
00:17:33: Christoph was wollen die?
00:17:35: Ja, die wollen ein verbindliches System, das die Hausarzt zentrierte Versorgung, die sogenannte HZV stärken soll und das wollen sie auch noch bald.
00:17:45: Der Hausärztin- und Hausärzteverband gab sechs Empfehlungen an den neuen Minister Karsten Linnemann – diese wurden vorgestellt beim Hausärzetag in der vorletzten Woche passenderweise.
00:17:56: Kurverbandschef Markus Blumenthal Bayer forderte dort «die Hausartsversorgung müsse endlich ernst genommen werden».
00:18:04: Sollte die hausarztzentrierte Versorgung auch der sogenannte Hausarztmodell HZV auf Druck der gesetzlichen Kassen weiter geschwächt werden, drohte er mit Demonstrationen und weitreichenden Praxisschließungen.
00:18:17: Außerdem sollen die Versorgungsbremsen aus dem Sparkpaket weg – und natürlich adressieren sie vor allem gegen den Honorarabschlag.
00:18:26: Den hätten Sie gerne wieder also nicht den Abschlag sondern das abgeschlagene Honorar!
00:18:32: Der Verband fordert weiter eine schnelle Umsetzung der neuen GOE, auf die sich die Bundesärztekammer, die privaten Krankenversichern und die Beihilfe der Länder und der öffentlichen Träger geeinigt haben.
00:18:45: Und hinzu kommen strengere Regeln, die sie wollen für die investorenfinanzierten medizinischen Versorgungszentren MVZ.
00:18:56: Natürlich weniger Kaffenbürokratie ist auf dem Forderungszettel und eine Bagatellgrenze von fünfhundert Euro bei ihre Krässen.
00:19:05: Auch die schärferen Vorgaben zur Krankenschreibung sollen zurückgenommen werden, bekanntermaßen hat ja Friedrich Merz gefordert dass die Bundesdeutschen also du-und ich auch Wir sollten mehr arbeiten und wir sollten deshalb eine Krankheit ab dem ersten Tag vom Arzt quasi mit Siegel und Bescheinigung uns attestieren lassen.
00:19:27: Der Gesetz entworst zur Primärversorgung, verspätet sich allerdings.
00:19:30: statt im Herbst Sommer soll er nun erst Ende November kommen.
00:19:34: Er sagte Emmi Zollner von der CSU und Christoph Pantazis von der SPD sind die Gesundheitsexperten in den jeweiligen Fraktionen.
00:19:43: Bei tausend siebenundzwanzig sollen Beratung und regionale Erprobungen folgen.
00:19:47: Und geplant ist der Start am ersten Januar, zwei tausenachtenswanzig.
00:19:52: Pantazis will verbindliche Regeln für die Patientinnen.
00:19:56: Boni und Mali sagt er sein denkbar und zur Finanzierung sei er guter Dinge.
00:20:02: was immer das heißen mag eine Verbandsumfrage zeigt.
00:20:08: Die Hausarzt-Versorgung vor Ort als schlechter an, als sie vor fünf Jahren war.
00:20:13: Und ein Fünfzig Prozent sagen das Thema Beeinflüsse ihre Wahlentscheidungen.
00:20:18: Zwei Tausendvierundzwanzig waren es nur siebenunddreißig Komma fünf Prozent Gut.
00:20:24: die Hälfte der Befragten lehnt die Krankschreibung ab dem ersten Tag und das Ende der telefonischen Krankschrebung ab.
00:20:31: Das Sparpaket aus dem das Ganze stammt sorgt auch anderswo verärger.
00:20:35: Udo Worum geht's denn?
00:20:39: Hinter den Kulissen des Gesundheitswesens sorgt zurzeit die sogenannte Standortklausel für erhebliche Umruhe.
00:20:48: Um den Forschungsstandard Deutschland zu stärken, sollten Pharmaunternehmen eigentlich Erleichterungen bei Abschlägen bekommen – etwa wenn mindestens fünf Prozent der Studienteilnehmer aus Deutschland stammen.
00:21:00: Doch jüngste Gesetzesänderungen, die ja bisherige Regelung wegfallen lassen und zwar gibt es ab im Jahr zwanzig siebenundzwanzig die Möglichkeit beim Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte dem B-Farm eine Befreiung von erhöhten Herstellerabschlägen zu beantragen.
00:21:18: Doch wie genau das tatsächlich dann ablaufen soll ist momentan eben noch unklar und in den Pharmakonzernen herrscht deshalb Verunsicherung?
00:21:27: Sie wissen zurzeit nicht, für welche Studienphasen die Kriterien tatsächlich gelten und ob laufende Untersuchungen überhaupt mitzählen.
00:21:34: Die Politik hüllt sich tatsächlich bei dem Thema vorerst im Schweigen.
00:21:39: ein zusätzliches Fachgremium berät zur Zeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit und soll bis Ende September dazu Lösungsvorschläge zu vorlegen.
00:21:48: Die Fronten verhärten sich schon während die Krankenkassen eben fordern Entlastung streng an eine Produktion in Deutschland zu knüpfen und die Zeche überhöhere Rabatte für ausländische Hersteller gegenzufinanzieren, schlägt die Pharmaindustrie eben besagten Alarmverbände wie Pharma Deutschland waren etwa vor bürokratischen Hörden und weiteren Preiskontrollen.
00:22:13: Ihre Kernbotschaft Wenn der Innovations- oder wenn den Innovationsstandort Deutschland eben sichern will, darf Pharmaunternehmen nicht mit neuen Nachverhandlungen und Unsicherheiten ausbremsen.
00:22:27: Und ja das Thema wird uns noch ein Stück begleiten.
00:22:31: aber Christoph du hast jetzt auch noch ein bisschen was zum Thema europäischer Daten Gesundheitsraum oder Gesundheitsdatenraum so heißt er EHDS.
00:22:41: wollen wir damit etwas erfreulicher schließen heute?
00:22:44: Ja, also es geht da darum dass beim Forschungsdatenzentrum FDZ Gesundheit das es da vorangeht.
00:22:52: Die ersten hundertdreißig Einrichtungen wurden registriert.
00:22:55: Hundertneuen Anträge auf Datennutzung liegen auch vor.
00:22:58: Anfang April waren es hundertsechs Einrichtung und fünfundsechzig Anträge.
00:23:04: Karl Preuchter Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel- und Medizinprodukte BFARM sagte bei Big Bang KI Festival in Berlin Diese Zahlen ab Oktober kommen zu den Abrechnungsdaten der Kassen-Dann Pseudo anonymisierte Daten aus den elektronischen Patienten-Akten hinzu und wie du sagtest, den Rahmen dafür setzt der Europäische Gesundheitsdatenraum EHDS.
00:23:30: Die Verordnung ist seit März im Jahr schon in Kraft und wird bis zum Jahr umgesetzt.
00:23:39: Das BFARM baut die nationalen Datenzugangs- Koordinierungsstelle DAKO auf und das Forschungsdatenzentrum wird dort angebunden.
00:23:49: Artikel Achtundsitzig sieht ein EU-weites Label vor, es soll allen Forscherinnen zeigen welche Daten für ihr Vorhaben nützlich sind und welche Daten taugen.
00:24:01: Die Hürde bleibt aber weiter der reibungslose Datenautoraustausch.
00:24:05: An der Charité gäbe es über einen Tausend IT-Systeme berichtet Alexander Meyer vom Deutschen Herzzentrum.
00:24:13: Kliniken und Abteilungen nutzen ihre eigenen Anwendungen, also da ist ein Buntergarten in der IT.
00:24:21: Und wiederum Bräuch vom BFARM sagt es kostet Zeit die in der Versorgung fehle.
00:24:26: Krankenhäuser und IT-Hersteller müssen deshalb bis Ende Mai im Jahr einen Standard für Krankenhausinformationssysteme kurz KISS umsetzen.
00:24:36: Das ist ja in Praxen genauso mit den PVS-Systems.
00:24:39: Es gibt da einen bunten Garten sind up to date und da gibt es dann immer Reibungsverluste.
00:24:46: Die Europäische Union verlangt aber zusätzlich ein europäisches Austauschformat auf FHIR-Basis, die technischen Vorgaben sollen bis März des Jahrhunderts vorliegen.
00:25:00: Katharina Ladeweg vom Zentrum für KI in Public Health am Robert Koch Institut sagt dazu, Versorgungsdaten von heute sind die Forschungsdarten von morgen Die Grünen-Schiffin.
00:25:12: Dr.
00:25:12: Franziska Brandner sieht bei der künstlichen Intelligenz eine Machtfrage, die Abhängigkeit von den USA und China müsse klein bleiben, sagt sie – ob Beitrag Steigerung oder Gesundheitsdaten.
00:25:26: wer das Vertrauen der Versicherten und Wählerinnen gewinnen will muss ihnen erklären was mit ihrem Geld und auch ihren Daten geschieht.
00:25:33: Wir bleiben dran liebe Udo und hören uns am sechsten Oktober wieder.
00:25:38: So ist es.
00:25:39: Tschüss und munterblagen!
00:25:41: Ich hoffe, Ihnen hat unsere Podcastfolge zur Gesundheitspolitik in dieser Sitzungswoche des Deutschen Bundestags gefallen.
00:25:48: Schreiben Sie uns Anregungen und Ideen an.
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