Linnemann vereidigt, Rechnungshof rügt Etat, Notfallreform: neuer Minister, alte Lücken
Shownotes
Pulsschlag Politik, 8. September 2026 – Haushaltswoche: Linnemann vereidigt, Rechnungshof rügt Etat, Notfallreform
Kurz: Carsten Linnemann (CDU) ist neuer Bundesgesundheitsminister, der Bundestag berät am 10. September 2026 den Gesundheitsetat 2027 (14,3 Milliarden Euro), der Gesundheitsausschuss hört am 9. September zur Notfallreform an. Udo Sonnenberg und Christoph Nitz ordnen ein.
Kapitel
- Finanzkommission Gesundheit: Versorgungsteams statt Einzelarzt, Primärversorgungszentren; zweiter Bericht am 18. Dezember 2026, Fachgespräch zu Arzneimitteln am 17. September
- Merz und die Kinderärztin Bea Merscher: »Nutznießer«-Satz, 300 Mails, 70.000 Euro Spenden, Kundgebung »Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn« am 5. September vor dem Reichstag
- MEDI Baden-Württemberg: 1.782 Befragte – 95 % erwarten schlechtere Versorgung, 97 % Honorarverluste, 61 % weniger Kassentermine, 66 % mehr Selbstzahlerleistungen
- Bundesrechnungshof zum Etat 2027: 14,3 Mrd. Euro, davon 13,15 Mrd. Bundeszuschuss; »keinerlei Puffer mehr«; kein Pflege-Darlehen (2026: 3,2 Mrd.); Transformationsfonds 3,5 Mrd. Bund / 1,5 Mrd. Länder
- 15 Jahre AMNOG: 1.000. IQWiG-Nutzenbewertung; neu u. a. Blinatumomab, Hämophilie A/B, Urtikaria
- Notfallreform (Drucksache 21/6808): Telemedizin rund um die Uhr über die 116117, 3,3 Mio. eingesparte Stunden, 82,5 Mio. Euro Fahrkosten, 225 Mio. Euro aus dem Sondervermögen; Kritik von Bundesärztekammer, KBV, Hausärzteverband; Bitkom für private Anbieter, KV Nordrhein dagegen
- »Fast Lane« (vdek, Ulrike Elsner): Vorrang nach Ersteinschätzung; Rettungsdienstkosten 5,7 Mrd. (2020) → 8,2 Mrd. (2025), erstes Halbjahr 2026 +8 % auf 4,4 Mrd.
- KBV-Vertreterversammlung, 4. September: sechs Anträge einstimmig; Gassen: 3 Mrd. weniger, 46 Mio. Behandlungsfälle; Wessel zur Frauengesundheit; Steiner zu GeDIG und 116117
- 3D-Druck im Klinikum Oldenburg: 50.000-Euro-Drucker, 300 Tabletten, Regelversorgung; BPI: »Ergänzung statt Ersatz«; 3PRIMED-Symposium am 1. Oktober in Berlin
Fragen und Antworten
Wann ist die Anhörung zur Notfallreform? Mittwoch, 9. September 2026, 14:45–16:15 Uhr, Gesundheitsausschuss des Bundestages. Wie groß ist der Gesundheitsetat 2027? Rund 14,3 Milliarden Euro (2026: 21,77 Milliarden); Debatte am 10. September 2026. Wann kommt die nächste Folge? 22. September 2026.
Personen
Carsten Linnemann (Bundesgesundheitsminister) · Friedrich Merz (Bundeskanzler) · Bea Merscher (Kinderärztin) · Ferdinand Gerlach, Jonas Schreyögg (Finanzkommission Gesundheit) · Andreas Gassen, Sibylle Steiner, Petra Reis-Berkowicz (KBV) · Christiane Wessel (KV Berlin) · Nicola Buhlinger-Göpfarth (Hausärzteverband) · Ulrike Elsner (vdek)
Quellen
- Bundestag: Vereidigung von Carsten Linnemann, 8.9.2026
- Bundestag: Debatte zum Gesundheitsetat 2027, 10.9.2026
- Bundestag: Anhörung »Reform der Notfallversorgung«, 9.9.2026
- Deutsches Ärzteblatt: Bundesrechnungshof kritisiert Haushaltsplanungen, 3.9.2026
- KBV: Vertreterversammlung – Gassen: »Zäsur in der Versorgung«, 4.9.2026
- MEDI Baden-Württemberg: Praxis-Umfrage, 1.9.2026
- t-online: Bea Merscher »Bin keine Wut-Ärztin«, 29.8.2026
- t-online Berlin: Kundgebung vor dem Reichstag, 5.9.2026
- vdek: »Fast Lane« in der Notfallreform, 3.9.2026
- IQWiG-Pressemitteilung: 15 Jahre AMNOG, 1.9.2026
- BMG: FinanzKommission Gesundheit
- Thieme: Tabletten aus dem 3D-Drucker, Klinikum Oldenburg, 7.9.2026
- 3PRIMED-Symposium
Pulsschlag Politik – Udo Sonnenberg und Christoph Nitz, dienstags in den Sitzungswochen des Bundestages. Nächste Folge: 22. September 2026.
Transkript anzeigen
00:00:04: Guten Tag.
00:00:14: Ich begrüße Sie zur Pulsschlagpolitik, den gesundheitspolitischen Themen dieser Sitzungswoche.
00:00:20: Udo Sonnenberg und Christoph Nitz werden immer Dienstags in jeder Sitzungwoche die anstehenden Themen kommentieren.
00:00:25: UDo Sonnenberg ist Politikberater in Berlin.
00:00:28: Er gründete im Jahr zwei Tausend dreizehn die Beratungsgesellschaft Elf-Null-Elf – und ist seit zweitausendfünfzehn Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken BVDVA.
00:00:44: Als Leiter des MECO Factory Redaktionsbüros wird mit er sich besonders gesundheitspolitischen Themen.
00:00:50: Das Redaktionbüro erstellt Nachrichten, Podcasts und Newsletter.
00:00:54: Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Pulschlag Politik.
00:00:57: Mein Name ist Christoph Nitz Und ich freue mich dass wir nach der Sommerpause wieder zusammen sind Mit Udo Sonnenberg-Udo.
00:01:04: Es gibt viel zu besprechen.
00:01:06: Wollen wir starten?
00:01:07: Auf jeden Fall lieber Christoph.
00:01:08: Hallo
00:01:11: Ja, mein kurzer Überblick was uns heute inhaltlich erwartet.
00:01:15: Die Haushaltswoche im Bundestag startet.
00:01:18: Heute wurde Carsten Lindemann als Gesundheitsminister vereidigt.
00:01:22: Am Donnerstag steht sein Etat Im Plenum zur Debatte.
00:01:27: Wir sprechen weiter über die Finanzkommission Gesundheit.
00:01:30: wir sprechen über eine Kinderärztin die den Kanzler zu seinen Amtsalb befragt hat.
00:01:36: Wir sprechen ein weiteres mal über den Bundesrechnungshof.
00:01:42: Die Notfallreform geht in die Beratung und die Vertreterversammlung der KBV steht an.
00:01:50: Und du lieber Udo, wirst noch über Tabletten aus dem drei D-Drucker uns informieren!
00:01:57: Also fangen wir an Udo und blicken auf die Empfehlungen der Finanzkommission.
00:02:01: Gesundheit.
00:02:03: Ja gerne vielleicht machen wir das am besten sogar zwei geteilt erst Bereich arztzentrierte Honorierung und im zweiten Teil die Arzneimittelbaustelle, die Finanzkommission Gesundheits kurz FKG ist ja hoch.
00:02:20: Karätiges Expertengremium und wurde vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzt, um tragfähige Finanzierungs- und Strukturkonzepte für das deutsche Gesundheitswesen zu erarbeiten.
00:02:31: Im Frühjahr hat sie bereits sechsundsechzig Vorschläge unterbreitet die zum Teil noch vor der Sommerpause eben in Gesetzestexte gegossen wurden.
00:02:39: und am achtzehnten Dezember also in gut drei Monaten will die Kommission ihren mit Spannung erwarteten zweiten Bericht vorliegen und darin enthalten.
00:02:49: Empfehlungen dürften es wieder in sich haben, die Kommissionsmitglieder und Vorsitzenden Prof.
00:02:55: Ferdinand Gerlach und Professor Jonas Schreijöck fordern jetzt im Interview mit der Ärztezeitung eine adikale Abkehr von der bisherigen stark arztzentrierten Honorierung.
00:03:09: das Hauptproblem im aktuellen System Liege Ihrer Meinung nach in der enorm hohen Zahl an Arzt-Patienten-Kontakten, die in Deutschland im internationalen Vergleich an der Spitze liegen.
00:03:21: angesichts einer sinkenden Gesamtzahl an verfügbaren Arztarbeitsstunden drohe das System ohne Gegenmaßnahmen in einen massiven Versorgungsmangel zu steuern.
00:03:31: um Ärztinnen und Ärzte nachhaltig zu entlassen müsste.
00:03:35: Entschuldigung, müsste das bisherige Dogma der rein persönlichen Leistungserbringung durch den Vertragsarzt fallen.
00:03:43: Bisher bremse dieses Prinzip eine moderne teamorientierte Versorgung massiv aus.
00:03:49: Schreilg und Gerlach stattdessen dafür, Vergütungsstrukturen künftig an ganze Versorgungsteams statt an einzelne Personen zu koppeln.
00:03:59: Konkret fordert die Kommission den Ausbau von Primärarzt- oder Primärversorgungszentren insbesondere in ländlichen Regionen.
00:04:08: In diesen Zentren sollen multidisziplinären Teams arbeiten, in denen auch nicht ärztliche Gesundheitsberufe wie Physician Assistance mehr Verantwortung übernehmen und solche Einrichtungen sogar leiten können.
00:04:21: Als historische Orientierungspunkte nennen die Experten dabei Versorgungsmodelle wie die frühere Gemeindeschwester Agnes oder eben die Polykliniken in der DDR.
00:04:34: Ziel dieser Reformen ist ein funktionierendes Primärversorgungssystem, indem Der Großteil der Fälle direkt im Team fallabschließend behandelt wird, anstatt Patienten vorschnell an die Fachärzte weiterzuleiten.
00:04:49: Im zweiten Teil, den ich angesprochen habe... geht es eben um das Thema Arzneimittel.
00:04:56: Da wird sich tatsächlich auch darauf konzentrieren in diesem zweiten Bericht, der Zeitplan ist folgendermaßen wie gesagt im März sind ja schon die sixty-sechzig Vorschläge vorgelegt worden und jetzt am achtzehn Dezember dieses Jahres kurz vor Weihnachten gibt's ein kleines Geschenk der Kommission mit neuen Hinweisen und Reformvorschlägen.
00:05:17: Der neue Schwerpunkt, wie gesagt Arzneimittel.
00:05:19: entgegen den Hoffnungen der Pharmaindustrie nimmt die Fachkommission gesünder.
00:05:23: Die Effizienz der Arzneimeidevergütung als Kernhebel zur GKV-Finanzstabilisierung in den Fokus.
00:05:30: und erstes Fachgespräch findet jetzt kürzer am siebzehnten September statt.
00:05:36: da berät die FKG auf digitalen Weg mit einigen Spitzenakteuren GKW-Spitzenverband BPI Parma Deutschland, VfA und so weiter.
00:05:47: Die zentralen Streitpunkte ist eben die Kosten-Nutzenbewertung sowie die kontinuierliche Reevaluation von Arzneimittel, wiederholte Nutzenbewerbung durch den GBA auf Basis neuer Evidenz steckt dahinter.
00:06:02: Die Verflechtung mit der Gesundheitspolitik, die Beratungen schneiden sich eben deutlich oder zeitlich auch mit der anstehenden Amnock-Überarbeitung, Amnok II.
00:06:13: Null ist hier das Stichwort und die Gründung des Parlamentskreises Industrielle Gesundheitswirtschaft, die tatsächlich in dieser Woche am neunten September über die Bühne gehen soll wo die industriereigene Gegenimpulse zur Drohnenverschärfung eben setzen will.
00:06:33: Und das wird spannend.
00:06:34: wir kommen später nochmal darauf zurück.
00:06:36: aber jetzt erstmal einen Hema, Christoph du hattest es oben angesprochen.
00:06:40: Da ist der Bundeskanzler in die Schlagzeilen gekommen.
00:06:43: was ist passiert?
00:06:45: Ja sehr Friedrich Merz dribbelt ja von einem Fettnäpfchen zum anderen und diesmal hat er's geschafft mit dem Satz da sind sie als Teil dieses Gesundheitssystem auch Nutzenieser Sie als Ärztin Sie könnten ohne dieses Gesundheits System nicht leben.
00:07:01: Der Bundeskanzler sagte, dass im RTL-Format Friedrich Merz am Tisch mit Bürgerinnen und Bürgern zur Kindererztin Bea Merschner.
00:07:09: Und dieser Satz ging dann viral – die Kindererzin hatte ihn mit einem Einspieler befragt, warum er sein Anzei breche und menschenverachtende zerstörerische Gesetze wie etwa das GKV Stabilisierungsgesetz erlasse.
00:07:26: Friedrich Merz nannte das ziemlich harten Tobak und die Kinderärztin Mercher hat bei T-Online da nochmal nachgelegt.
00:07:34: Sie habe in mehreren Hundert E-Mails, nach der Sendung zu neunneinzig Komma Neuen Prozent positives Feedback gekommen.
00:07:43: Wer Ärztin als Nutznieser bezeichnet zeige Geringschätzung für alle Gesundheitsberufe und die könnten jederzeit aussteigen.
00:07:51: sie könnten in die Privatpraxis gehen in die Pharmaindustrie oder etwa, wie Merchner selbst auf Social Media sich konzentrieren.
00:08:00: Ihre Bilanz?
00:08:01: Ich bin keine Wutärztin ich bin besorgt.
00:08:03: meine Worte waren polemisch aber eine zugtreffende Diagnose.
00:08:08: sie hat inzwischen fünfhunderttausend Abonnenten bei Instagram TikTok Facebook YouTube und dem sonstigen üblichen Verdächtigen und rief zur Demonstration es ist Punkt zwölf nach Berlin vor den Reichstag auf Und sie bekam auch Spenden.
00:08:24: nach der Sendung, wurden in kurzer Zeit schon über seventy-tausend Euro gesammelt.
00:08:30: Manche fragen sich übrigens wer Friedrich Merz überhaupt zu diesem Auftritt geraten hatte – denn der Kanzler kann ja bekanntlich sehr schlecht mit Kritik umgehen!
00:08:41: Wir machen weiter mit Kritick an den geplanten Einsparungen.
00:08:45: die ist massiv.
00:08:46: Udo du hast uns da Datenfakten und eine Umfrage aus Baden-Württemberg im Gepäck.
00:08:51: So ist es.
00:08:52: Doch das recht neue GKV-Beitrags-Stabilisierungsgesetz sorgt insbesondere bei Ärzten für eben nicht so gute Stimmung, du hast es gerade ausgeführt.
00:09:03: eine aktuelle Umfrage des Ärzteverbands Medi in Baden-Württemberg unter knapp tausend achthundert Haus Fachärzten und Psychotherapeuten zeigt ein Der düsteres Stimmungsbild, ganz in ninety-fünf Prozent der Befragten erwarten durch die gesetzlichen Sparmaßnahmen eine Verschlechterung der Patientenversorgung.
00:09:24: Siebenundneinzig Prozent sogar befürchten direkte Honorarverluste.
00:09:29: Ja wie reagieren die Praxen konkret auf diesen finanziellen Druck?
00:09:32: Über sechzig Prozent erwägen bünftig weniger Termine für gesetzlich versicherte Anzubieten und ihre GKV Sprechstunden zu reduzieren.
00:09:41: Wurund siebzig Prozent wollen stattdessen verstärkt auf Privat- und Selbstzahlerleistungen setzen.
00:09:47: Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das im Alltag mehr Wartezeiten, schlechtere Terminverfügbarkeit und sogar drohende Unterversorgung.
00:09:56: Der besagte Verband Mediwahn zudem vor einer gesellschaftspolitischen Sprengkraft, wenn Menschen bei Schmerzen und Sorgen keinen Arzttermin mehr bekommen, schlage das schnell in allgemeinen Staatsverdruss um.
00:10:09: auch ein großes Wort, aber wir kennen das bereits.
00:10:12: Der Ausweg oder als Ausweg fordert der Verband Haus und Fachärzte auf Landesebene entsprechende Verträge weiterzuentwickeln sowie Bürokratie und Digitalisierung anzupacken also in dem Fall Bürokrate abzubauen digitalisierung auszuweiten um eben die ambulante Versorgung vor den Kollaps zu bewahren.
00:10:33: Ja, in dem Zusammenhang.
00:10:35: der Bundesrechnungshof hat sich geäußert.
00:10:37: Worum geht es da Christoph?
00:10:39: Ja die haben sich den Gesundheits-Etau angeschaut und sich der Frage gewidmet ob er überhaupt trägt Und die Antwort der Prüferinnen lautet an vielen Stellen ihrer Ansicht nach noch nicht.
00:10:51: Der Bericht an den Haushaltsausschuss lag dem Ärzteplattform passend zur Haushaltswoche.
00:10:57: Der Etat für das kommende Jahr umfasst insgesamt vierzehn Komma drei Milliarden Euro, davon gehen aber dreizehnt Komma eins fünf Milliarden direkt als Bundeszuschuss in den Gesundheitsfonds.
00:11:09: Die Prüferinnen sagen zum Beitrag Stabilisierungsgesetz ob die Beiträge in zweizig sieben zwanzig wirklich stabil gehalten werden können könnten kann der Rechnungshof so nicht bestätigen.
00:11:23: Zitat aus dem Bericht, es besteht keinerlei Puffermäher.
00:11:26: jede Schätzunsicherheit wird sich voll auf die GKV Finanzen aus.
00:11:30: Es kommen einige Protokollerklärungen vom Juli.
00:11:34: das Gesetz muss sehr auch durch den Bundesrat gebracht werden.
00:11:36: also es gibt Zuschläge für die Unikliniken Der von dir erwähnte Bürokratieabbau Aber auch Ausnahmen beim Herstellerabschlag, die sind angekündigt aber bislang noch nicht gegenfinanziert.
00:11:48: Das sind also Details mit denen sich das Ministerium beschäftigen muss und spätestens ab im Jahr- und Jahrzehnte zeichnet sich neue Finanzierungslücken ab, die laut dem Bericht des Berechnungsgrüfungshofs sich sogar vergrößern durch das Beitragsstabilisierungsgesetz in der Pflege.
00:12:09: Letztes Jahr gab es ein Darlehen von über drei Milliarden Euro.
00:12:12: Für das Jahr im Jahr- und Jahrzehnt war zunächst keines vorgesehen, dort wird aber vom GKV Spitzenverband davon ausgegangen, dass der Pflegeversicherung im Oktober des Geld ausgeht – uns wurde schon angedeutet, dass hier weitere Darlehnen auch in diesem Jahr kommen.
00:12:28: Der Rechnungshof hält allerdings Darlehin für grundsätzlich untauglich denn sie verschieben die Probleme nur in die Zukunft.
00:12:38: kommen wir zum Transformationsfonds.
00:12:40: Der Bund zahlt in den ersten vier Jahren jeweils drei Komma fünf Milliarden Euro, die Länder müssen in diesen Jahren nur eins Komma Fünf Milliarden bei Steuern.
00:12:51: Das war ein falsche Anreize so der Bericht des Rechnungshofes weil die Länder ihrer Investitionsverantwortung schon seit Jahrzehnten nicht nachkommen und die Rechnungzuschläge vor Kliniken wird nicht bedarfsbezogen sondern nach dem Gießkannenprinzip.
00:13:08: Weiteres Zitat, damit untergräbt die Bundesregierung jeden Anspruch an eine Erfolgskontrolle.
00:13:15: Auf der Reformliste des Bundesrechnungshofs stehen übrigens auch die gestiegen Arzneimittel-Ausgaben – damit kommen wir wieder zu deinem Thema von vorhin lieber Udo!
00:13:26: Genau wie schon angedeutet haben.
00:13:28: zum Amnock?
00:13:30: steht er für das Arzneimittelmarkt?
00:13:32: Neuordnungsgesetz?
00:13:33: Gibt es noch ein bisschen aktuellem Hintergrund?
00:13:36: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IGWIG darunter auch bekannt.
00:13:43: Zieht Bilanz zum Arzneimittelmarken-Ornungsgesetz und hat passend dazu Ja, zugleich beginnt das Monat zum ersten September.
00:13:50: Sechzehn neue Nutzenbewertungen vorgelegt und ja die wichtigsten Punkte eben, sechzehnt abgeschlossene Verfahren, dass Iquik bewertete unter anderem den Wirkstoff Blinathumomab in verschiedenen Indikationen bei Lochemie sowie Medikamente gegen hemophilie, chronische Nesselsucht oder schwere RSV-Infektion.
00:14:14: RSV steht hier für respiratorisches Syncytialvirus hoch an steckender Atemwegserkrankung bei Kindern.
00:14:22: Fünfzehn Jahre Amnockbilanz auch dazu kommen wir gleich später nochmal sogar ausführlich seit Verhandlung neuer Arzneimittel in Deutschland.
00:14:34: Es soll sicherstellen, dass Zusatznutzen und Preisen an fernen Verhältnissen stehen, mehr Transparenz für Patientinnen und Patienten auf dem iQVQ Portal des Gesundheitsinformationen.de wurden.
00:14:47: zugleich leicht verständliche Zusammenfassung veröffentlicht, unter anderem zu neuen Therapien gegen Acne, Vulgaris, Erherzerkrankung und eben RSV.
00:14:57: Böderkapitaligung ist ein Stichwort das Institut Verweis zudem auf Themencheckmedizin beim Patientinnen- und Bürgersetzvorschläge für wissenschaftliche Bewertungen einreichen können.
00:15:07: Damit zeigt sie, dass Amnock bleibt auch nach anderthalb Jahrzehnt der zentrale Taggeber für die Bewertung von medizinischen Innovationstempo und Patientennutzen in Deutschland.
00:15:20: Und ja, der Patientennutzen ist auch Thema beim Thema Notfallreform oder beim Stichwort da soll die Tätermedizin verstärkt zum Einsatz kommen Christoph, richtig?
00:15:30: Ja!
00:15:30: Und das sogar rund um die Uhr, lieber Udo.
00:15:34: Mittwoch hört dazu den Gesundheitsausschuss im Bundestag die Sachverständigen an.
00:15:40: Die Stellungnahmen liegen ja bereits schon vor.
00:15:43: Der Entwurf soll die kassenärztlichen Vereinigungen verpflichten eine durchgehend verfügbare telemedizinischen Notfallversorgung sicherzustellen, das soll per Telefon oder Video über die ONE-SIX-ONE-SIEBEN funktionieren.
00:15:59: Die Leitstelle wird dafür in eine Terminservice und in eine Akutleitstell aufgeteilt, Dringlichkeit klären soll.
00:16:11: Die Einf-Eins-Zwei wird ebenfalls digital in das System eingebunden, die Bundesregierung rechnet damit über drei Millionen eingesparten Stunden für Patientinnen und Patienten des Entspreche zum Beispiel eingesperrten.
00:16:25: Zweiundachtig Komma fünf Milliarden an Fahrkosten.
00:16:28: Einsparungen sind verschwaben wie mich immer sehr wichtig.
00:16:31: Die Verbände sehen des Naturgemäß anders, die Bundesärztekammer sagt.
00:16:35: Für ein Pflichtangebot rund um die Uhr unabhängig von Bedarf und auch während der Praxiszeiten gäbe schlicht keine Kapazitäten bei den Ärztinnen.
00:17:01: auch noch aus den ohnehin schon zusammengekürzen Töpfen der Vertragsärztinnen genommen werden.
00:17:08: Nikola Bullinger-Göpfert, die Chefin des Hausärzins und Hausärzteverbandes nennt das Ganze einen Verschiebebahnhof – sie sagt man tut so als hätten die Praxen unendlich freie Ressourcen Und der Bundesrat möchte den Kassenärztlichen Vereinigung erlauben, vom XXVII-Angebot abzuweichen wenn sonst andere Strukturen leiden.
00:17:35: Spannend ist die Frage wer soll also das Angebot stemmen?
00:17:40: Der Bitcoin Broschenverband fordert dass private Telemedizin Anbieter rechtssicher einzubinden sein – die hätten nämlich Triage Software und feste Teams.
00:17:51: Die Kassenärztin für einigen Nordrhein hält.
00:17:54: Dagegen, sie werde auf keine privatwirtschaftlichen Anbieter zurückgreifen, sagen die das Geld für die digitale Anbindung.
00:18:02: Zweihundert und fünfundzwanzig Millionen Euro von zwanzig sieben Zwanzig bis zwanzigeinunddreißig sollen aus dem Sondervermögen kommen.
00:18:12: Und weil es ein Einspruchsgesetz ist muss der Bundesrat ausnahmsweise nicht zustimmen.
00:18:17: lieber Udo Magst du uns noch kurz erläutern, was es mit der Fastlane im Zusammenhang dieser Notfallreform auf sich hat?
00:18:26: Gerne.
00:18:26: Ulrike Ellsner, Vorstandsvorsitzender des Satzkassenverbandes VDEK fordert eine konsequente Umsetzung dieser sogenannten Fastlane.
00:18:36: Wir haben wieder ein bisschen Englisch im Programm.
00:18:39: Wer zuerst anruft spart Zeit.
00:18:42: Patientinnen und Patienten die vorab Per Telefon die einseins, sechs, eins, sieben oder digital eine Ersteinschätzung durchlaufen bekommen im integrierten Notfallzentrum vor Ort.
00:18:51: Eine schnelle Vorrangbehandlung.
00:18:53: Längere Wartezeiten bei spontanen Anreise soll angegangen werden.
00:18:58: wer ohne vorherigen ersteinschätzungen direkt in die Notaufnahme kommt muss eine längere Wartezeit in Kauf nehmen.
00:19:05: Hintergrund und Finanzen sind hier natürlich auch ein Thema.
00:19:08: Du hast es gerade schon angedeutet, heute sind rund zwei Drittel der Menschen in Notfallaufnahmen keine echten Notfälle.
00:19:14: Zwei Drittel, das muss ich mal vorstellen.
00:19:15: gleichzeitig explodieren eben die Kosten im Rettungsdienst.
00:19:18: allein im ersten Halbjahr, sechsundzwanzig stiegen sie um acht Prozent auf vier Komma vier Milliarden Euro.
00:19:23: Die Reform soll die Notaufnahme gezielt entlassen und das System bezahlbar machen.
00:19:29: dann hoffen wir mal dass die Fastlane da auch wirklich zum zugekommen.
00:19:34: zurück zu den Ärzten, die bei Christoph die KBV Vertreterversammlung hat auch mal wieder etwas kritisch gegenüber der Bundesregierung sich geäußert.
00:19:44: Ja erneuer hat sie ihre Kritik und sogar verschärft!
00:19:49: Die Vertreternversammlungen hat es in der vergangenen Woche mehreren Anträgen einstimmig zugestimmt darunter eine zum Erhalt der extra-budgetären Vergütung.
00:20:00: Im Zentrum steht naturgemäßes GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, über das wir heute ja schon mehrfach gesprochen haben.
00:20:08: Der KBV Schiff Andreas Gassen rechnet vor drei Milliarden Euro würden weniger für den ambulanten Bereich im kommenden Jahr zusammenkommen.
00:20:17: Einzelne Fachgruppen würden zwischen zehn und fünfzehn Prozent ihres Gesamtbudgets verlieren.
00:20:23: Nach den Berechnungen der KBV werden damit forty-six Millionen Behandlungsfälle nicht mehr finanziert.
00:20:31: Gaffenskonsequenz, weniger Mittel heißt weniger Termine.
00:20:35: Die Termine werde es weiter geben aber begrenzt.
00:20:38: wer darüber hinaus behandelt werden wolle müsse womöglich selbst bezahlen.
00:20:43: Notfälle natürlich ausgenommen zu gassen.
00:20:46: In den neuen Minister setzt der KbV Chef trotzdem Hoffnung Linemann sei Ökonom unter seinen analytischen Verstand bekannt.
00:20:56: Er solle zunächst eine Folgenabschätzung des angerichteten Schadens vornehmen, die größten Fehler korrigieren und sich offener zeigen als seine Vorgängerin, die zwar immer freundlich zugehört hat aber am Ende davon nichts umgesetzt habe.
00:21:11: Konkret wurde die Kritik auch bei der Frauengesundheit.
00:21:14: Das Sparpaket holt bisher extra-budgetär vergütete Vorsorge und Früherkennungsleistung in die Gesamtvergütung.
00:21:22: Betroffen seien können schwangeren Vorsorge, Mammografie und Gebärmutterhals, Screenings.
00:21:28: Christiane Wessel, Vizesefin der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin sagt Frauengesundheits muss gestärkt werden – und wer gleichzeitig an der Vorsorge sparen möchte, das würde nicht zusammengehen.
00:21:44: nahm sich dann noch das Digitalgesetz GEDIC ins Visier.
00:21:49: Es stelle beichen für ein Primärversorgungssystem ohne abgestimmte Leitplanken, die eins, eins, sechs, eins und sieben müsse als digitaler Versorgungseinstieg gesetzlich abgesichert und auch finanziert
00:22:01: werden.".
00:22:02: Auch der Kanzler war hier ein Thema vor einem Nutzniesersatz – wer hatten den ja schon?
00:22:07: An.
00:22:07: die Kinderärztin zog sich durch die gesamte Veranstaltung.
00:22:11: Die Vorsitzende der Vertreterversammlung Petra Reis-Darkowitz nannte diesen Satz eine respektlose Unverschämtheit und für Andreas Gassen belegt dieser Satz, dass der Kanzler keine Ahnung von Gesundheitsversorgung habe – auch kein Respekt.
00:22:28: Udo!
00:22:28: Aber zum Schluss hast du noch ein innovatives Thema….
00:22:32: So ist es, statt einer bitteren schwer zu schluckenden Pille bekommt ein schwer krankes Kind im Krankenhaus eine kleine Kautablette die nach Erdbeer Vanille schmeckt.
00:22:41: Die Konsistenz eines Gummibärchens hat und exakt auf seinen Körpergewicht dosiert ist.
00:22:46: Genau das passiert jetzt gerade zum Beispiel im Klinikum Oldenburg.
00:22:50: Die Krankenhaushapotheke dort hat sich für schlappe fünfzigtausend Euro einen speziellen drei D Arzneimittel-Drucker angeschafft und stellt damit individuelle Medikamente her.
00:23:01: Warum das politisch und medizinisch relevant ist?
00:23:05: In der Kinderheilgründe stehen wir seit Jahren vor einem riesigen Problem.
00:23:09: Die Pharmaindustrie stellt viele Medikamente nur für Erwachsene her, die festen Standarddosierungen.
00:23:15: Für Kinder müssen Ärztinnen- und Pflegekräftetabletten oft händisch teilen, mörsern und auflösen – das ist natürlich ungenau am Ende!
00:23:25: Und wirkt natürlich auch Risiken bei der Dosierung.
00:23:27: Dazu kommt Kinder, weigern sich oft extrem bitte Medizin zu schlucken.
00:23:32: hier setzt der drei D Druck an.
00:23:33: präzise Dosierung.
00:23:35: Der Drucker kann Kautabletten herstellen zäpfchen oder dünne Zungenfolien exakt abgestimmt auf das Gewicht und das Krankheitsbild.
00:23:43: die bessere Akzeptanz mit Geschmacksverstärkern wie Erdbeervanille nehmen Kinder die Arznei leichter an und es ist eben auch ein Sicherheitsthema.
00:23:52: nach einer umfangreichen Zertifizierungsphase geht Oldenburg nun vom Pilotprojekt in die Regelversorgung.
00:24:01: Bislang wurden gut dreihundert Tabletten gedruckt, das Gerät könnte täglich aber hunderte herstellen.
00:24:06: da ist also noch Potenzial dass auch genutzt wird und es gibt aber auch einige Bedenken bei der ganzen Sache, wie das immer so ist, Revolution für das gesamte Gesundheitswesen oder System.
00:24:19: Da gibt es tatsächlich noch andere Stimmen.
00:24:21: Es ist ja sehr nummernisch in Technologie.
00:24:23: Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie und Krankenhaus Apotheker betonen natürlich dass der drei D Druck die industrielle Massenfertigung von Medikamenten keineswegs ersetzen wird und kann.
00:24:37: Die Hürden sind da natürlich auch ziemlich hoch, Stichwort hohe Qualitätsstandards, Kosten- und Aufwand und natürlich das Finanzierungsthema.
00:24:45: ich hatte es gerade schon angedeutet im Klinikum Oldenburg beispielsweise übernimmt das Krankenhaus die geringfüg höheren Mehrkosten im stationären Bereich selbst.
00:24:54: eine flächendeckende Erstattungsstruktur im Gesundheitswesen existiert noch gar nicht.
00:25:00: Und ja, das Fazit für die Politik an der Stelle.
00:25:03: Der drei D-Arzneimitteldruck zeigt eindrucksvoll wohin die Reise in der personalisierten Medizin gehen kann besonders für Nischengruppen wie Frühgeborene schwerst, kranke Kinder, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit seltenen Erkrankungen.
00:25:17: Damit aus solchen Leuchtturmprojekten in der Universitäts- und Schwerpunktklinikmedizin flächendeckender Optionen werden, braucht es klare rechtliche Rahmenbedingungen und Tragfähige Vergütungssysteme.
00:25:30: Und darüber im Übrigen werden wir bei einer interessanten Veranstaltung auf die ich an dieser Stelle gerne hinweise sprechen.
00:25:36: Sie trägt den Titel Drei Primät oder Three Primate Symposium für drei Di.
00:26:00: Ich
00:26:04: hoffe, Ihnen hat unsere Podcast-Folge zur Gesundheitspolitik in dieser Sitzungswoche des Deutschen Bundestags gefallen.
00:26:11: Schreiben Sie uns Anregungen und Ideen an.
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