Pulsschlag Politik 🚑 Notfallreform durch 💻 ePA Nutzung verdoppelt 🇪🇺 ApoVWG stockt 💰 Sparpaket-Streit
Shownotes
Pulsschlag Politik ist der Podcast, der aktuelle gesundheitspolitische Themen in den Sitzungswochen des Deutschen Bundestages beleuchtet.
Udo Sonnenberg, Politikberater in Berlin und Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Versandapotheken (BVDVA), und Christoph Nitz, Journalist und Leiter des mecofactory-Redaktionsbüros, diskutieren dienstags in den Sitzungswochen über die wichtigsten Entwicklungen und Debatten rund um die Gesundheitspolitik.
In dieser Folge:
Sitzungswoche im Überblick Anhörung im Gesundheitsausschuss zur Primärversorgung, Enquete-Kommission zur Corona-Aufarbeitung, im Bundesrat das Anerkennungsgesetz für ausländische Heilberufe.
Notfallreform – im dritten Anlauf durchs Kabinett Am 22. April hat das Kabinett die Reform beschlossen: Integrierte Notfallzentren, 116117 als Akutleitstelle, Rettungsdienst als eigener Leistungsbereich. Die KBV warnt vor fehlendem Personal.
ePA – Nutzung in einem Jahr fast verdoppelt Civey-Umfrage für Pharma Deutschland: 23,6 Prozent nutzen die ePA aktiv (April 2025: 12,5 Prozent). Männer vor Frauen, Ost vor West, die 18- bis 29-Jährigen vorn.
ApoVWG – Brüssel verlängert Stillhaltefrist bis 14. Juli Die EU bremst die geplanten Verschärfungen für Versandapotheken. Im Sparpaket droht zugleich die Anhebung des Kassenabschlags von 1,77 auf 2,07 Euro – während das Packungsfixum auf 9,50 Euro steigen soll. Die SPD bremst das Gesamtpaket.
GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – Sparpaket unter Dauerfeuer 16,3 Milliarden Euro Entlastung für 2027 – und Kritik von allen Seiten: SPD-Fraktionschef Miersch, die CDA, der Marburger Bund (Susanne Johna: „Verschiebebahnhof"), das ZI (Stillfried), Bitkom (Rohleder) und der Hausärzteverband (Blumenthal-Beier: „Zerstörungsprogramm"). Laumann fordert Nachbesserungen, Kanzler Merz verteidigt das Paket.
Ausblick: Die nächste Folge kommt in der ersten Juni-Sitzungswoche – am Dienstag, dem neunten Juni.
Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:12: Guten Tag.
00:00:14: Ich begrĂĽĂźe Sie zur Pulsschlagpolitik, den gesundheitspolitischen Themen dieser Sitzungswoche.
00:00:20: Udo Sonnenberg und Christoph Nitz werden immer Dienstags in jeder Sitzunswoche die anstehenden Themen kommentieren.
00:00:25: Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Pulschlagpolitik!
00:00:28: Mein Name ist Christoph Knitz und ich freue mich dass auch heute wieder Udo Songenberg dabei ist.
00:00:33: UDo es gibt viel zu besprechen.
00:00:35: wollen wir anfangen?
00:00:37: Auf jeden Fall Christoph.
00:00:38: Hallo.
00:00:40: Dann hier der kurze Ăśberblick, was euch heute inhaltlich wartet.
00:00:44: Wir beginnen mit einer Notfallreform.
00:00:46: die ist vom Kabinett gebilligt wird aber scharf kritisiert.
00:00:50: weiter zur elektronischen Patientenakte EPA.
00:00:52: ein Jahr nach dem Start wird sie schon von jedem vierten Patientinnen und Patient aktiv genutzt.
00:01:00: weiter zur Apothekenreform.
00:01:03: Das APO-VVG hängt zwischen EU Stillhaltefrist, Fix und Versprechen uns der Skepsis bei der SPD.
00:01:10: Und lassen hat lieĂź das groĂźe Thema GKV Sparpaket.
00:01:15: die Kritik aller Orten auch aus den Koalitionsparteien wird lauter.
00:01:21: Es geht also heute um Geld, um Strukturen und um die Frage wer am Ende die Lasten trägt im Gesundheitswesen.
00:01:28: Vorab einen kurzer Blick auf unsere Sitzungswoche.
00:01:32: Im Bundestag tagt am Mittwoch ab sechszehn Uhr der Gesundheitsausschuss, es gibt eine öffentliche Anhörung zum Antrag der Grünenfraktion die sich mit der Primärversorgung beschäftigt.
00:01:45: Das ist ein Reformprojekt das Ministerin Nina Wagen seit Monaten als zentralen Strukturhebel bestreibt dass allerdings solche eigene Sparpaketen möglicherweise konterkariert wird.
00:01:57: Die Enquete-Kommission, Aufarbeitung der Corona-Pandemie tagt am Donnerstag.
00:02:03: Dort öffentliche Anhörungen kann sich jeder anhören sollte man vielleicht auch nicht?
00:02:08: pharmazeutische Interventionen also die Lockdowns werden besprochen, die Kontaktbeschränkungen, die Schulschließungen und die Frage nach möglichen Alternativen.
00:02:17: Ich glaube, das ist eine sehr spannende Sitzung!
00:02:20: Auch der Bundesrat tagt wie immer am Freitag zur one-tausendfünfundsechstigsten Sitzungen – und dort ist unter anderem wichtig für uns in der Gesundheitspolitik des Gesetzes zu Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikation in Heilberufen beschlossen vom Bundestag am sechsenvanzigsten März.
00:02:39: Bundesrat stimmt hierzu ist ein wichtiger Baustein gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen.
00:02:46: Nun fangen wir mit der Notfallreform an, Udo was ist da los?
00:02:52: Während alle Welt auf das neue Sparpaket für die Krankenkassenstart hatte, Gesundheitsministerin Nina Wagen schon eine Woche zuvor.
00:03:00: Nämlich am Zweihnzwanzigsten viertenfasste still und heimlich echten Strukturbrocken durchs Kabinet gebracht Die lange erwartete Reform der Notfallversorgung vor.
00:03:12: Wagen spricht vom Zielauf nach drei Anläufen Und das Ziel hier ist relativ klar die chronisch überlasteten Not Aufnahmen zu entlasten.
00:03:22: und die Reform gut auf drei Säulen.
00:03:25: im Prinzip, die integrierten Notfallzentren.
00:03:28: an ausgewählten Kliniken entstehen zentrale Anlaufstellen.
00:03:31: Patienten treffen dort eine Einschätzung, die sie sofort in die Notaufnahme oder in eine ambulante Notdienstpraxis weiterleitet.
00:03:41: das Ziel hier innerhalb von dreißig Minuten soll jeder so ein Zentrum erreichen können.
00:03:46: In der zweiten Säule ist die Nummer six, eins als akut Leitstelle.
00:03:53: Die Hotline wird im Prinzip zur digitalen Lotzin ausgebaut.
00:03:58: Wer dort anruft und eine Empfehlung erhält, wird im Notfallzentrum dann bevorzugt behandelt.
00:04:04: dritte Säule, hier ist der Rettungsdienst beziehungsweise eine kleine Rettungsthinsrevolution.
00:04:11: Der Rettingsdienst wird ein eigenständiger Leistungsbereich.
00:04:14: das klingt technisch ist aber wichtig.
00:04:16: KĂĽnftig kann die Hilfe auch abgerechnet werden wenn der Patient nicht ins Krankenhaus transportiert wird.
00:04:22: und ja das spart natürlich unnötige.
00:04:24: finanziell verspricht sich das bundesgesundheitsministerium langfristig enorme einsparungen.
00:04:29: bereits bis zwanzig dreißig sollen jährlich einen zwei milliarden euro eingespart werden können wenn eben weniger menschen unnötig stationär aufgenommen werden müssen.
00:04:39: Und ja, Kritik lässt auch hier nicht lange auf sich warten.
00:04:42: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung schießt tatsächlich gegen das Gesetz.
00:04:46: Sie werfen der Ministerin vor.
00:04:48: Es fehlen schlicht an Personal für eine rund um die Uhrversorgung und man könne Leistungen nicht einfach per Gesetz aufblähen wenn keiner da ist, der sie erbringt.
00:04:59: Auch aus den Ländern etwa aus Bayern kommt etwas Skepsis wegen möglicherweise zu starker Vorgaben.
00:05:06: Aber gut, Effizienz im Gesundheitswesen.
00:05:08: Da gibt es auch ein anderes Thema lieber Christoph die E-PA.
00:05:11: Die soll ja auch Effizience bringen.
00:05:13: was hast du dazu?
00:05:15: Ja!
00:05:16: Es gibt eine aktuelle survey Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland.
00:05:20: ich sehe diese sehr positiv den inzwischen nutzen.
00:05:33: Nutzung hat sich also innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt.
00:05:37: Und ich finde es einen guten Wert, weil wer liest seinen Arztbrief wenn er den zum anderen Arzt trägt oder oder oder?
00:05:45: Also ich find das eigentlich ein sehr spannender Befund.
00:05:49: Spannend wird's allerdings in der Tat im Detail.
00:05:51: die Männer nutzen, die etwa häufiger als Frauen.
00:05:55: In den ostseulischen Bundesländern liegt die Quote bei ... ... im besten sense nur ... ... also der Osten digitaler als der Westenfragezeichen.
00:06:06: Und das Klischee von den digitalmüden Jüngeren stimmt zumindest hier nicht, die... ... Liegen mit ... Dicht gefolgt schon von den ... Die sixty-Jährigen greifen auf ihre Epa schon, jeder fünfte ist dabei.
00:06:27: Dorothy Brackmann, die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, nennt das Ergebnis dennoch keinen guten Wert und sieht klaren Nachholbedarf.
00:06:35: Die Gematik hingegen mahnt zur Geduld.
00:06:39: der Geschäftsführungsvorsitzende Florian Fuhrmann verweist darauf dass auch andere europäische Länder Jahre gebraucht hätten bis Routine und Akzeptanz erreicht waren für die Elektronischen Akten.
00:06:51: Mein abschließender Eindruck, die EPA ist im System der Gesundheitsversorgung angekommen aber ein echter Effizienzhebel wird sie wenn deutlich mehr als jeder vierte mögliche Nutzer sie auch aktiv wirklich einsetzt.
00:07:04: und es setzt voraus dass die Versicherten eben einen konkreten Nutzen in ihrem Alltag erleben.
00:07:09: wir sehen das bei wearables ja Menschen sehr aktiv ihre Gesundheitsdaten nutzen wollen Und deshalb bin ich da guter Dinge.
00:07:18: Aber auch bei einem anderen Reformversprechen geht aktuell deutlich weniger voran, die Apothekenreform stockt.
00:07:27: Udo was ist da konkret los?
00:07:30: Mit ihrer Stellungnahme hat die EU-Kommission tatsächlich etwas Fahrdwind aus dem Projekt genommen.
00:07:35: es geht um zwei Dinge.
00:07:37: zum einen das Gesetz im Parlament und die Verordnung im Bundesgesundheitsministerium.
00:07:42: Einer der Kerne des Konflikts ist natĂĽrlich das Geld.
00:07:45: Wir kommen ja später auch wieder drauf zu sprechen, Ministerin Wagen hatte den Apotheken versprochen, das Honorar, das sogenannte Packungsfixum auf neun Euro fünfzig zu erhöhen.
00:07:56: ein tatsächlich überfälliger Schritt wie die Apotheker sagen deren Vergütung ja eben seit über zehn Jahren mehr oder weniger stagniert.
00:08:04: doch gleichzeitig verlangt eben auch dass GKV Sparpaketopfer.
00:08:09: der Kassenabschlag soll wieder steigen.
00:08:11: Die Apotheker fĂĽhlen sich dadurch ein wenig hintergangen, was die Reform in einerseits geben will nimmt das Spargesetz dann sofort wieder weg ist die Argumentation und die EU Kommission hat eben Teile dieser Reformen die EU relevanten Verordnungen gestoppt.
00:08:29: Konkret geht es um die strengeren Regeln fĂĽr Versandapotheken und deren Logistikdienstleister.
00:08:36: Die EU sieht darin eine Einschränkung des Freien Waren Verkehrs.
00:08:41: Wir hatten das ja hier schon mehrfach adressiert, die Folge ist eben die Verlängerung der sogenannten Stillhaltefrist bis jetzt Mitte Juli.
00:08:49: Die erste stillhalte Frist lief bis Mitte April.
00:08:52: Das ist um drei Monate verlängert worden.
00:08:54: also vor der Sommerpause wird im Bundestag voraussichtlich nichts mehr vorangehen wenn beide Bereiche also Gesetz und Verordnung im Paket betrachtet werden.
00:09:05: hinter den Kulissen scheint besonders die SPD auf der Bremse zu stehen, man will erst abwarten wie das Sparpaket fĂĽr die Krankenkassen jetzt im Parlament ankommt bevor ja weitere teure Geschenke gewissermaĂźen an die Apotheken gemacht werden.
00:09:20: Das Sparpaket fĂĽr den Krankenkasten und die Apothekenreform lassen sich laut SPD eben nicht voneinander trennen und auch die Expertenkommission hatte Vorgeschlagen, Expertenkommission Finanzen Gesundheit.
00:09:33: Das Honorar der Apotheken eben stufenweise anzunehmen allerdings bis zwanzig einund dreiĂźig.
00:09:38: das ist ja auch noch ein Weilchen hin.
00:09:40: und der Referenten Entwurf aus dem Ministerium hat eben jetzt eine Ja, gewissermaßen böse Überraschungen bereitgehalten.
00:09:49: Nämlich den Kassenabschlag also der Rabatte in die Apotheken, den Krankenversicherung gewähren müssen.
00:09:55: Der soll von eins sieben und siebzig auf zwei Euro sieben steigen.
00:09:59: Also doch eine Erhöhung um dreißig Cent.
00:10:01: die Branche sorgt in der Branche Sorg das natĂĽrlich fĂĽr Kopf schĂĽtteln.
00:10:05: Und die Reform ja muss eben mehr Einnahmen aufbauen und das GKV Spargesetz macht mit einem Federstrich das wieder zunichte.
00:10:15: Na gut, also das zum Abhof HWG und damit sind wir ja auch schon beim Thema lieber Christoph GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz.
00:10:24: Fast Einzungenbrecher.
00:10:25: was steht da ins Haus?
00:10:28: Ja lieber Udo ich bin auch gespannt was bei den Apotheken sein wird.
00:10:31: Ich bin halt beim DRV Wirtschaftsforum und morgen Und da wird sicher aber auch das GKv Beitrag Stabilisierungsgesetz thematisiert Ausformuliert hast, er zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch dieses gesamte Sparpaket.
00:10:50: Die Koalition will die entlastung für das kommende Jahr erzielen und dieses Gesetz gerät aber zunehmend unter Beschuss und nicht nur von außen wo es zu erwarten war sondern auch aus dem eigenen Rhein.
00:11:04: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hält den Fortschritt der Koalitionsprojekte einfach für zu klein.
00:11:11: SPD-Fraktion.
00:11:12: Chef Matthias Mirsch spricht von einer Bewehrungsprobe und fordert eine gerechte Lastenverteilung, nicht eine Umverteilungen nach oben – was anders erwarten wir ja auch von der SPD nicht.
00:11:24: Und er verbindet dies mit offener Kritik an der INN Union, die eine stärkere Beteiligung höherer Einkommen eben blockiere aus seiner Sicht.
00:11:34: Schacher noch wird die christlichdemokratische Arbeitnehmerchaft kurz CDA.
00:11:39: Sie nennt die Kürzung des Bundeszuschuss zur Gesetze in Krankenversicherung um zwei Milliarden als vollkommen inakzeptabel, denn im Gegenzug übernimmt der Bund künftig zweieinhalbfünfzig Millionen für die Krankenversicherungen der Grundsicherungsempfänger.
00:11:56: Die tatsächlichen Kosten liegen dort aber bei zwölf Milliarden Euro pro Jahr also fast das Fünfzigfache.
00:12:02: und unterm Strich so die CDA fehlen den Krankenkassen fĂĽr den Finanzminister dazwasi rausgenommen werden.
00:12:16: Ärzteseite ist alarmiert, Marburger Bund nennt das Gesetz einen Verschiebebahnhof zu Lasten der Beitragszahlerinnen.
00:12:23: Rund drei Viertel des Einsparvolumens wĂĽrden Solarmarburger Bund ĂĽber KĂĽrzung eben bei der Versorgung realisiert.
00:12:30: Die Leistungsausgaben der Kassen sollen um mehr als elf Milliarden sinken, allein die Vertragsärztliche und psychotherapeutische Vergütungen um zwei Kommar sieben Milliarden knapp.
00:12:42: Das Zentral-Institut für die Kassenärztlichen Versorgung, das ZI hat sich die geplanten Streichungen einmal genauer angesehen und der dortige Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried weist darauf hin dass genau jene Leistung wegfallen, die der Gesetzgeber erst kürzlich aufgewertet ermoniert, dass die auf eine Sprechstunde wegfällt.
00:13:03: Dass die psychotherapeutische Kurzzeitbehandlung rausfällt und dass die Organspendeberatung wegfüllt.
00:13:09: und die BefĂĽllung der elektronischen Patientenakte wird auch nicht mehr honoriert.
00:13:14: DarĂĽber
00:13:15: werden wir auf jeden Fall nochmal sprechen.
00:13:18: Bundeskanzer Friedrich Merz verteidigt das Gesamtpaket.
00:13:21: ohne diese Maßnahmen droht ein ansteigender Krankenkassenbeiträge zum ersten Januar des kommenden Jahres um einen Prozentpunkt und im Folgejahr werden nochmals weitere Steigerungen möglich, sagt der Kanzler.
00:13:36: Das ist die offizielle Linie.
00:13:38: Die Frage bleibt wer bleibt, wer trägt am Ende?
00:13:42: Logischerweise die Lasten.
00:13:44: dazu hat sich auch Karl-Josef Laumann nach Vorder-Kabinettsentscheidung zu Wort gemeldet.
00:13:49: was sagt er denn genau?
00:13:50: Udo
00:13:52: Die Reform braucht dringend Nachbesserung, so seine Forderungen.
00:13:55: Besonders ein Punkt stößt dem CDU-Urgestein gewissermaßen sauer auf die geplante Kürzung des Krankengeldes um fünf Prozentpunkte.
00:14:05: Laumann argumentiert hier dass das genau die falschen trifft.
00:14:08: am Ende wer aus der Lohnvorzahlung fällt und auf Krankengeld angewiesen ist.
00:14:13: Seine Regel schwer krank.
00:14:14: eine Kürzung in dieser Phase hält er für sozial unverantwortlich.
00:14:20: Ja, auch auf das Reizthema kostenlose Mitversicherung fĂĽr ihr Partner geht Laumann in die Offensive.
00:14:27: Die Bundesministerin will ja hier die Daumenschrauben etwas anziehen.
00:14:31: wer Kinder los und nicht Erwerbste ist kĂĽnftig drei Prozent vom Einkommen des Partners an die Kasse zahlen.
00:14:37: Laumans Forderung hier wenn wir das bei den Kassenpatienten machen dann muss das bitte schön auch für Beamte im Beihilferecht gelten.
00:14:47: So seine Forderung, gleiches Recht fĂĽr alle!
00:14:50: Das ist sein Motto.
00:14:52: und ja schließlich greift Laumann das größte Finanzloch auf.
00:14:56: Das sind die Beiträge der Bürgergeldempfänger.
00:15:00: Bisher zahlt der Bund hier nichts bis zu wenig.
00:15:04: Die Beitragszahler decken eben den Rest.
00:15:07: Für Laumern ist es tatsächlich originäre Staatsausgabe Und Staatsaufgabe vor allen Dingen, die eben aus Steuern und nicht aus Sozialbeiträgen finanziert werden muss.
00:15:16: Das ist ja in der Tat der groĂźe Dreh- und Angelpunkt der Reformen.
00:15:21: Ja, Laumann untermauert seine zentrale Fehlung der Expertenkommission, die hier das größte Einsparvolumen auch gesehen hat und nach wie vor sieht.
00:15:31: Und er hält eben die Reform noch nicht für einen Selbstläufer.
00:15:34: und es gibt noch einiges zu diskutieren.
00:15:36: Andere haben sicher auch zu Wort gemeldet, Christoph du hast vom Bitcoin gehört.
00:15:40: was sagen die zur Reform?
00:15:43: Der Bitkom legt den Finger auf den blinden Fleck der geplanten Reform, die Digitalisierung fehlt komplett.
00:15:50: Der Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder formuliert es mal so – Die geplante Gesundheitsreform sollte die Potenziale der Digitalisierung viel stärker ins Auge fassen und stärker nutzen.
00:16:02: Digitale Lösungen könnten das Gesundheitssystem nämlich gleichzeitig leistungsfähiger aber auch kostengünstiger machen.
00:16:10: Als Beleg zieht er eine Bitkom-Umfrage unter Erztinnen heran, rund drei Viertel sagen da die elektronische Patienten AKDE-Park könne helfen Doppeluntersuchungen zu vermeiden und mehr als die Hälfte erwartet durch die Digitalisierung allgemein Kostenersparnisse für das Gesundheitssystem.
00:16:30: Und auch beim Thema künstliche Intelligenz sieht die hälfte aller Erztinen Entlastungspotenzial u.a.
00:16:37: durch KI Chatbots In Rohle der Schlussfolgerung.
00:16:42: Ein digitalisiertes Gesundheitssystem ist für ihn die Grundlage für eine flächendeckende, effiziente und finanzierbare Versorgung.
00:16:49: Der Gesetzgeber solle Digitalisierung als Grundpfeiler der Gesundheitsversorgung stärker verankern.
00:16:57: Mein Fazit ist ,die Argumentation trifft und sie steht Widerspruch zu dem was wir gerade auch gesehen haben nämlich das der Sparkal Paket ausgerechnet die Befüllung der EPA als Vergütungsleistung streicht.
00:17:10: Damit sinkt auch die Motivation in den Arztpraxen, dort aktiv zu werden.
00:17:15: und insgesamt muss man sagen wer Digitalisierung will und damit auch sparepotentiale mobilisieren will muss diese auch finanzieren.
00:17:24: aber zuvor haben sich ja auch noch mal die Hausärztinnen Gehörverschaft in der öffentlichen Debatte.
00:17:30: Udo
00:17:32: In der Tat, sie sprechen von einem Zerstörungsprogramm für die Praxen.
00:17:37: Das ist natĂĽrlich in der Tat ein harter Vorwurf.
00:17:40: Verbandschef Markus Blumenthal Bayer sieht das als absolut fahrlässig an was dort im Vorhaben steht.
00:17:48: Dann könnte die Praxis nicht immer mehr mit Aufgaben zuschütten und gleichzeitig den Mittel entziehen.
00:17:53: wer am Hausarzt spart so seine Warnung bringt das gesamte Steuerungssystem der Gesundheitsversorgung zu Fall.
00:18:01: Und ja, stand heute wissen wir eben... Also die Äußerung war vor der Kabinettsentscheidung dass das Bundeskabinett die GKV Finanzreform entsprechend verabschiedet hat und die Diskussion da tatsächlich weitergeht.
00:18:13: Es gilt jetzt das Struckschegesetz im parlamentarischen Verfahren und wir warten dort auf muntere Debatten.
00:18:20: Wir haben schon erwähnt, dass der Marburger Bund auch Bereitstellung gezogen hat.
00:18:26: Die erste Vorsitzende Frau Jona, du hast sie schon zitiert.
00:18:30: Lieber Christoph was hat die noch genau zum Thema Kassenbeiträge gesagt?
00:18:36: Ja das stimmt Udo und seine Jona sitzt an spannenden Kontrapunkt.
00:18:41: Sie sagt, die These steigende Zusatzbeiträge würden des Wirtschaftswachs zum Gefährden und die Beschäftigung und nennt es allerdings unvollständig.
00:18:52: diese These Sie rechnet vorein, um ein Prozent höherer GKV Zusatzbeitrag würde wie Gesamtarbeitskosten für die Arbeitgeber bei heftiger Beteiligung um null Komma vier Eins Prozent ansteigen lassen.
00:19:06: Messbar aber weit entfernt von einem Niveau des Konjunkturelle Entwicklungen maßgeblich prägen könnte so Jona.
00:19:13: zum Vergleich verweist sie auf den Energiepreis.
00:19:16: Schock in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine oder auch jetzt durch die Verwicklung um Iran und die Golfstarken.
00:19:25: Dort haben wir gesehen, dass Kostenstrukturen in einer ganz anderen Dimension sich verändern.
00:19:31: Ihre Hauptkritik richtet sich gegen die Logik des gesamten vorgelegten Sparpakets.
00:19:37: Drei Viertel des Einsparvolumens hatten wir ja schon gesagt kommt über die Ausgabenseite Und im kommenden Jahr sollen, laut der Ministerin, zwölf Milliarden bei den Leistungsabbringern wegfallen.
00:19:48: Im Jahr-Zwanzig-DreiĂźig sogar einunddreizig Milliarden.
00:19:52: Solche Größenordnung so Frau Jonah lassen sich nicht über Effizienzgewinn erzielen.
00:19:58: sie greifen unweigerlich in die Versorgungstrukturen ein.
00:20:02: Dazu käme ein zeitlicher Zielkonflikt, die großen Strukturreformen, Krankenhausreform, Notfallreform und Primärversorgungssystem wirken erst in mehreren Jahren.
00:20:14: Wer genau in dieser Phase massiv kürze Schwäche die Transformation, die später ein nachhaltiges Sparen erst ermöglichen soll – zu seiner Iona hat eine Alternative, eine konsequentere Steuerfinanzierung der Versicherungsfremdenleistung.
00:20:29: dazu zählt übrigens nicht nur die Zahlung Leistungsempfang wie Bürgergeldsempfängerinnen und sie empfiehlt auch eine breitere Einnahmenbasis sowie die Stärkung der Prävention.
00:20:43: Sie erinnert an die wirtschaftliche Bedeutung der Branche insgesamt über sechs Millionen Menschen arbeiten im Gesundheitswesen, und sieht sich den Schluss ein ungesteuerders Sparkurs Gefährde nicht nur die Reformprozesse eher setzt die Verlässlichkeit der Patientenversorgung insgesamt auf Spiel.
00:21:01: Damit Udo schlieĂźt mich heute unser Kreis.
00:21:03: Wir haben ĂĽber Geldstrukturen und die Lasten gesprochen, und die Frage wer am Ende fĂĽr das Ganze bezahlen muss?
00:21:10: Wir hören uns wieder in der ersten Juni-Sitzungswoche.
00:21:14: bis dahin von mir alles Gute!
00:21:16: Ja, munter und reformwillig bleiben.
00:21:19: TschĂĽss
00:21:20: Ich hoffe, Ihnen hat unsere Podcastfolge zur Gesundheitspolitik in dieser SitzungsWoche des Deutschen Bundestags gefallen.
00:21:26: Schreiben Sie uns Anregungen und Ideen an.
00:21:29: Pulsschlag minus Politik at cnplusf.de.
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